Erster und zweiter Platz für die Volksrepublik China am Schwebebalken - GUAN Chenchen gewinnt Gold

Simone Biles holt bei ihrer Rückkehr Bronze

Foto von 2021 Getty Images

GUAN Chenchen gewann am Dienstag (3. August) bei den Olympischen Spielen in Tokio das Finale am Schwebebalken im Gerätturnen der Damen. Sie siegte vor ihrer Teamkollegin TANG Xijing, während die Mehrkampf-Olympiasiegerin von 2016, Simone Biles, ihre Bronzemedaille von Rio 2016 verteidigte.

Nach gespanntem Warten sicherte sich Guan mit 14,633 Punkten die Goldmedaille. Tang kam auf 14,233 Zähler, während Biles mit 14,000 Punkten Bronze holte.

"Ich bin sehr glücklich", sagte Guan nach dem Wettkampf. "Ich bin sehr aufgeregt und sehr stolz, mein Land vertreten zu dürfen."

Guans Medaille ist die erste Goldmedaille, die eine Athletin aus ihrem Land im Turnen der Damen gewonnen hat, seit DENG Linlin in London 2012 auch am Schwebebalken siegte. Die Turnerinnen aus der Volksrepublik China belegten bei jenen Spielen vor neun Jahren ebenfalls den 1. und 2. Platz. SUILu holte damals Silber.

Biles hatte sich für alle vier Gerätefinals qualifiziert, die für den 1. bis 3. August angesetzt waren, zog sich aber schließlich von allen Geräten außer dem Schwebebalken zurück. Ihre Balkenübung am Dienstag war die gleiche, die sie in der gesamten Saison 2021 geturnt hat, mit Ausnahme eines modifizierten Abgangs. Anstelle der üblichen Doppeldrehung mit doppeltem Rückwärtssalto entschied sich Biles für einen doppelten Hechtsprung.

"Ich hoffe, es vermittelt [die Botschaft], dass ich das zuerst für mich getan habe und für niemanden sonst, weil ich noch einmal bei den Olympischen Spielen antreten wollte", sagte Biles Olympics.com. "Es ist nicht leicht, einen Traum von fünf Jahren aufzugeben und ihn nicht zu verwirklichen. Es war wirklich sehr, sehr schwer. Ich habe noch nie auf der Tribüne gesessen, also war ich es einfach nicht gewohnt, und eine weitere Chance zu haben, bedeutete mir die Welt."

Zuvor hatte sie sich in Tokio aus dem Mannschaftswettbewerb zurückgezogen, nachdem sie sich in der Luft verirrt hatte, sowie aus dem Mehrkampf-Finale, um sich ganz auf ihre mentale Gesundheit zu konzentrieren.

"Das ist etwas, was die Menschen oft durchmachen und das irgendwie unter den Teppich gekehrt wird", antwortete Biles auf die Frage, ob ihre siebte olympische Medaille oder die Diskussion, die sie in Tokio ausgelöst hat, wichtiger sei. "Wir sind nicht nur Unterhaltung, sondern auch Menschen und wir haben Gefühle."

In ihrer Instagram-Story am Freitag beschrieb Biles ihre Probleme beim Training mit den "Twisties", einem Begriff aus dem Turnen, der beschreibt, wenn Körper und Geist eines Turners scheinbar nicht mehr zusammenarbeiten.

"Mein Geist und mein Körper sind einfach nicht im Einklang", schrieb Biles in einem ihrer Stories. "Für alle, die sagen, dass ich aufgegeben habe. Ich habe nicht aufgegeben."

Die 24-Jährige postete auch inzwischen gelöschte Videos, die zeigen, wie sie sich bei zwei Versuchen ihres Abgangs am Stufenbarren, einer doppelten Drehung mit doppeltem Rückwärtssalto, in der Luft verliert.

Biles erklärte, sie habe schon früher unter diesem Problem gelitten, allerdings nur am Boden und am Sprung. In Tokio sei es das erste Mal, dass es sich auf andere Disziplinen ausweite.

"Es macht keinen Spaß, mit diesen Dingen umzugehen", sagte sie. "Es ist wirklich furchteinflößend, wenn man versucht, eine Übung auszuführen, bei der Körper und Geist nicht im Einklang sind."

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