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Von Qualifikationswettbewerben und Quotenplätzen bis hin zur Anzahl der Athletinnen und Geräte - erfahren Sie mehr über den Weg, den die Gerätturnerinnen zurücklegen werden, um sich einen Platz bei den Olympischen Spielen Paris 2024 zu sichern.
Gerätturnen wird eine der beliebtesten Sportarten in Paris 2024 sein. Der Internationale Turnerbund (FIG) hat vor kurzem den Weg zu den Spielen festgelegt.
Wie in Tokio 2020 werden 12 Mannschaften in den Teamwettbewerben der Herren und Damen antreten, wobei die Qualifikation im Oktober 2022 beginnt.
Hier finden Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Qualifikationssystem für das Gerätturnen in Paris 2024.
Insgesamt werden in Paris 2024 192 Gerätturnerinnen und Gerätturner antreten: 96 Männer und 96 Frauen. Das sind insgesamt vier weniger als in Tokio 2020.
Bei den Teamwettbewerben werden 12 Teams mit jeweils fünf Athletinnen und Athleten bei den Herren und Damen antreten, während in Tokio 2020 die Teams aus vier Sportler*innen bestanden.
Für NOKs, die keine Quotenplätze für den Teamwettbewerb erhalten, dürfen sich maximal drei Einzelathlet*innen pro NOK qualifizieren.
Die Herren werden an sechs Geräten antreten, die Damen an vier.
Athlet*innen, die am oder vor dem 31. Dezember 2006 (17 Jahre bei Paris 2024) geboren sind, dürfen bei den Herren teilnehmen, während Athletinnen, die am oder vor dem 31. Dezember 2008 (15 Jahre bei Paris 2024) geboren sind, bei den Damen antreten dürfen.
Als Gastgeberland hat Frankreich Anspruch auf jeweils einen Quotenplatz für den Wettbewerb der Damen und Herren. Außerdem gibt es je einen Quotenplatz für Herren und Damen, der von der Dreierkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) festgelegt wird; sogenannte Universalitätsplätze.
Alle anderen Athlet*innen müssen sich in den nächsten drei Jahren über verschiedene internationale Wettbewerbe qualifizieren.
Zunächst qualifizieren sich drei Mannschaften bei den Weltmeisterschaften 2022 in Liverpool (England), die vom 29. Oktober bis 6. November 2022 ausgetragen werden. Neun weitere Teams qualifizieren sich über die Weltmeisterschaften 2023 in Antwerpen, Belgien, die zwischen dem 1. und 8. Oktober 2023 stattfinden werden.
Zwölf Mannschaften mit jeweils fünf Athlet*innen qualifizieren sich über diese beiden Wettbewerbe sowohl bei den Herren als auch bei den Damen. Jede Mannschaftsqualifikation eröffnet fünf Quotenplätze für die einzelnen Mehrkampfwettbewerbe sowie für jedes Gerät. Allerdings werden nicht alle Athlet*innen an allen Geräten antreten.
Bei den Weltmeisterschaften 2023 erhalten die drei höchstplatzierten NOKs, die sich nicht für die Teamwettbewerbe qualifiziert haben, einen individuellen Quotenplatz für ihr NOK.
Das individuelle Qualifikationsverfahren für Athletinnen, die sich nicht über das Mannschaftsverfahren qualifiziert haben, beginnt ebenfalls bei den Weltmeisterschaften 2023, wo sich acht Athleten für die Herren und 14 für die Damen qualifizieren werden. Diese Athletinnen sind an jedem Gerät startberechtigt.
Bei den Weltmeisterschaften 2023 können auch Quotenplätze an den Geräten errungen werden, wobei der höchstplatzierte Athlet in jedem Gerätefinale, der sich nicht über frühere Wettkämpfe qualifiziert hat, einen Quotenplatz für sein NOK erhält.
Die Weltcupserie 2024 wird ebenfalls zwei Quotenplätze pro Geschlecht für jedes Gerät anbieten.
Die letzten Quotenplätze werden bei den Kontinentalmeisterschaften 2024 in den Mehrkampfwettbewerben vergeben werden. Fünf Athlet*innen jedes Geschlechts erhalten jeweils einen Quotenplatz.
In Paris 2024 werden bei den Herren acht und bei den Damen sechs Wettbewerbe ausgetragen werden:
Jeder Wettbewerb ist in zwei Teile gegliedert: Qualifikation und Finale.
Die Wettbewerbe im Gerätturnen werden vom 27. Juli bis zum 5. August 2024 ausgetragen werden.
Die vierfache Olympiasiegerin Simone Biles konnte ihre Leistungen von Rio 2016 in Tokio 2020 nicht wiederholen, nachdem sie bei den Spielen mit ihrer mentalen Gesundheit zu kämpfen hatte, aber sie holte eine Silber- und eine Bronzemedaille. Ihre französische Trainerin Cecile Canqueteau-Landi gab in einer Facebook-Watch-Diskussion bekannt, dass Simone Biles "an Paris 2024 denkt".
Auch die französische Hoffnung Melanie de Jesus dos Santos muss man im Auge behalten. Die Mehrkampf-Europameisterin von 2019 flog im April in die USA, um mit Cecile und Laurent Landi sowie Simone Biles zu trainieren und sich auf Paris 2024 vorzubereiten.
Die US-Amerikanerin Sunisa Lee, Mehrkampfsiegerin von Tokio 2020, ist ebenfalls eine starke Konkurrentin, ebenso wie die Belgierin Nina Derwael, die in Tokio 2020 den Titel am Stufenbarren gewann.
Bei den Herren ist der Japaner Hashimoto Daiki, der in Tokio 2020 zwei Goldmedaillen, darunter den Mehrkampf- und den Reck-Titel, gewann, einer der großen Favoriten. Der 20-Jährige, der auch Silber im Teamwettbewerb holte, hat gezeigt, dass er mehr als fähig ist, das japanische Team nach dem Rücktritt der Sportlegende und des siebenfachen Olympiamedaillengewinners Uchimura Kohei anzuführen.
Auch der Brite Max Whitlock, der in Tokio 2020 seinen zweiten Pauschenpferd-Titel bei zwei Olympischen Spielen gewann, sollte im Auge behalten werden, ebenso wie Artem Dolgopyat, der als erster israelischer Turner eine olympische Medaille errang, als er Gold am Boden holte.
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