Olympisches Rodeln in Beijing 2022: Top 5 Dinge, die man wissen sollte

Als schnellste der drei Sportarten im Bob- und Schlittensport wird der Rodelwettbewerb bei den Olympischen Winterspielen ein spannendes Spektakel mit sportlichen Höchstleistungen sein.

Von Will Imbo

Rodeln ist neben Skeleton und Bob eine der drei Sportarten im Bob- und Schlittensport, die bei den Olympischen Winterspielen Beijing 2022 auf dem Programm stehen. Es ist die schnellste der drei Sportarten, bei der die Athleten mit Geschwindigkeiten von durchschnittlich 120-145km/h unterwegs sind.

Im Rodeln gibt es 12 Medaillen zu gewinnen, mit jeweils einem Wettbewerb für Männer einem für Frauen und zwei offene Bewerbe für beide Geschlechter (Doppelsitzer und Team-Wettbewerb).

Im Folgenden finden Sie die fünf wichtigsten Informationen zum Rodeln bei den Olympischen Winterspielen - einschließlich der zu beobachtenden Athleten, der Geschichte des Sports und mehr!

Die besten Rodler in Beijing 2022

Felix Loch (GER) gehört zu den Top-Namen, auf die man in Peking achten sollte, und das aus gutem Grund. Der Deutsche ist dreifacher Olympiasieger (zwei Goldmedaillen im Einzel, eine im Teamwettbewerb) und sechsfacher Weltmeister im Herren-Einzel. Bei den Olympischen Winterspielen 2018 in PyeongChang war Loch im Herren-Einzel auf dem besten Weg zu seiner dritten olympischen Goldmedaille in Folge, machte aber in seinem letzten Lauf einen Fehler und wurde am Ende Fünfter.

Bei den Weltmeisterschaften 2021 wurde er im Einzel Zweiter, sodass er auf dem besten Weg scheint, in Peking Wiedergutmachung zu leisten und eine weitere Medaille zu holen.

Der Olympiasieger von 2018, David Gleirscher (AUT), verblüffte die Rodelwelt mit seinem Goldgewinn in PyeongChang, aber seine Leistung bei den Weltmeisterschaften 2021, wo er Dritter im Einzel und im Sprint der Herren wurde, lässt vermuten, dass er kein One-Hit-Wonder sein wird.

Die Olympiasiegerin von 2018, Natalie Geisenberger (GER), bleibt eine dominierende Kraft bei den Damen und holte bei den Rodel-Weltmeisterschaften 2021 in Königssee (Deutschland) eine Silbermedaille. Mit vier Goldmedaillen und einer Bronzemedaille ist die Deutsche die erfolgreichste und höchstdekorierte Rodlerin der Olympiageschichte. Nun stellt sich die Frage, ob sie in Peking eine dritte Goldmedaille in Folge bei den Damen gewinnen kann.

Herausgefordert wird sie höchstwahrscheinlich von ihren Teamkolleginnen Dajana Eitberger (GER) (Silbermedaillengewinnerin in PyeongChang und Bronzemedaillengewinnerin bei den Weltmeisterschaften 2021) und Julia Taubitz (GER) (Weltmeisterin 2021 im Damen-Einzel und im Damen-Sprint).

Der Doppelsitzer-Wettbewerb bei den Olympischen Spielen wurde in den letzten Jahren vom deutschen Paar Tobias Wendl und Tobias Arlt (GER) dominiert, die in Sotschi (2014) und PyeongChang (2018) Gold gewannen. Wie Geisenberger könnten sie in Peking mit ihrem dritten Gold in Folge Geschichte schreiben und scheinen nach ihrem zweiten Platz bei den Weltmeisterschaften im Doppelsitzer der Herren und dem Sieg im Doppelsitzer-Sprint in guter Form zu sein.

Die Team-Staffel ist nach ihrem Debüt in Sotschi 2014 relativ neu im olympischen Programm, aber Deutschland - anscheinend nicht zufrieden mit der Dominanz im Einzel und Doppel - hat die letzten beiden Goldmedaillen in diesem Wettbewerb geholt. Die realistischste Herausforderung wird wahrscheinlich von Österreich kommen, den amtierenden Weltmeistern in dieser Disziplin (Deutschland wurde Zweiter, Lettland Dritter).

Rodel-Zeitplan bei den Olympischen Winterspielen Beijing 2022

Der Rodelwettbewerb wird vom 5. Februar bis zum 10. Februar 2022 stattfinden.

Austragungsort für die olympischen Rodel-Wettbewerbe in Beijing 2022

Alle Rodelwettbewerbe werden im Yanqing National Sliding Centre stattfinden, das sich im Xiaohaituo-Berggebiet in Yanqing befindet, das 74km nordwestlich der chinesischen Hauptstadt liegt.

Die Bahn, die für den Bob- und Schlittensport genutzt werden wird, ist die erste ihrer Art auf der Welt, die eine 360-Grad-Kurve hat. Die Länge der Bahn beträgt 1615 Meter, mit einem maximalen mit Gefälle von 18% und 16 Kurven.

Der Austragungsort hat eine Kapazität von 2000 Sitzplätzen und 8000 Stehplätzen.

Wettkampfformat im olympischen Rodeln in Beijing 2022

Das Rodeln bei den Olympischen Winterspielen umfasst vier Disziplinen:

  • Herren Einzel
  • Herren Doppelsitzer
  • Damen Einzel
  • Team-Staffel

Insgesamt 106 Quotenplätze stehen den Athleten zur Verfügung, um sich für den Rodelwettbewerb bei den Spielen zu qualifizieren.

Im Einzelwettbewerb treten die Athleten auf der gleichen Bahn an, wobei jeder Fahrer über zwei Tage hinweg vier Läufe hat. Diese vier Fahrten werden auf die Tausendstelsekunde genau gestoppt und die Zeiten addiert. Der Athlet mit der schnellsten Gesamtzeit ist der Sieger.

Der Doppelsitzer-Wettbewerb findet an einem einzigen Tag statt, wobei jedes Paar zwei Läufe absolviert. Auch hier gewinnt das Paar mit der schnellsten Gesamtzeit die Goldmedaille.

An der Team-Staffel nehmen drei Schlitten einer Nation teil: Damen-Einzel, Herren-Einzel und Doppelsitzer. Der Damenschlitten ist der erste Schlitten, der ins Rennen geht. Der Athlet berührt ein Touchpad am unteren Ende der Bahn, wodurch sich das Tor öffnet und der nächste Schlitten (Herren-Einzel) starten kann. Der Herren-Doppelschlitten ist der letzte Schlitten, der in diesem Wettbewerb fährt. Der Sieger ist das Team mit der niedrigsten Zeit, nachdem alle drei Schlitten die Ziellinie überquert haben.

Geschichte des olympischen Rodelns

Genau wie der Bob und das Skeleton lassen sich die Ursprünge des Rodelns als Sportart in der Schweiz und in der Stadt St. Moritz zurückverfolgen. Der erste organisierte Wettbewerb dieser Sportart fand 1883 in Davos, Schweiz, statt. Die Teilnehmer fuhren auf einer vereisten 4km langen Straße zwischen Davos und dem Dorf Klosters.

Im Jahr 1913 wurde der Internationale Schlittensportverband in Dresden gegründet, der den Sport bis 1935 leitete. Dann wurde die Organisation in die Fédération Internationale de Bobsleigh et de Tobogganing (FIBT, Internationaler Bob- und Schlittenverband) integriert. Trotzdem wurde die erste Weltmeisterschaft im Rodeln erst 1955 ausgetragen - 41 Jahre nach den ersten Europameisterschaften.

1957 wurde die Fédération Internationale de Luge de Course (FIL, Internationaler Rennrodelverband) gegründet, 1964 feierte Rodeln in Innsbruck sein olympisches Debüt. Im Jahr 2014 wurde das olympische Programm um die Team-Staffel erweitert.

Die olympische Sportart wird von Deutschland mit 42 gewonnenen Medaillen dominiert (ohne die 29 Medaillen der DDR und 10 der BRD zwischen 1968 und 1988). Die nächstbeste Nation ist Österreich mit 22 Medaillen, gefolgt von Italien mit 17 Medaillen.

Deutschland war in der Vergangenheit so dominant, dass es zweimal das gesamte Podest eroberte - 2002 (Salt Lake City) und 2006 (Turin), beide Male bei den Damen. In Sotschi 2014 holte Deutschland in jeder Disziplin Gold.

Der Athlet mit den meisten olympischen Medaillen in dieser Sportart ist jedoch der Italiener Armin Zöggeler, der sechs Medaillen gewann (darunter zweimal Gold). Doch Il Cannibale, wie er genannt wird, hat sich aus dem Sport zurückgezogen und lässt Natalie Geisenberger die Tür offen, um in Peking möglicherweise eine sechste Medaille zu holen und seinen Rekord einzustellen.

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