Foto von 2024 Getty Images
Die Stärke der Olympischen Spiele ist es seit jeher, sich immer wieder neu zu erfinden und neue Trends im Sport in ihr Programm aufzunehmen.
Nachdem Skateboard, Sportklettern und Surfen bereits bei Tokio 2020 ihr Debüt feiern durften, kommt bei den Olympischen Spielen Paris 2024 mit Breaking eine weitere neue Sportart hinzu.
Außerdem erleben spannende Wettkampfformate wie das Kajak Cross und neue Mixed-Team-Events ihre Premiere.
Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die Neuerungen bei Paris 2024.
Die spannende Entwicklung des Breaking über ein kulturelles Phänomen hin zu einer urbanen Sportart endet nun auf der größtmöglichen Bühne, den Olympischen Spielen.
Breaking ist ein urbaner Stil, der sich in den 1970er Jahren im New Yorker Stadtteil Bronx als Teil der Hip-Hop-Kultur entwickelte. Die Sportart zeichnet sich durch eine Kombination aus athletischen Bewegungen wie Drehungen, Flips und anderen komplexen Körperbewegungen aus.
Breaking-Athlet*innen werden als B-Boys und B-Girls bezeichnet, wobei das "B" für "Break" steht und sich gleichzeitig auf die intensiven Beats in der Musik bezieht, zu denen die Bewegungen passend kombiniert werden.
Die Olympischen Jugendspiele (YOG) war die erste Olympische Veranstaltung, bei der 12 B-Boys und 12 B-Girls in Buenos Aires 2018 gegeneinander antraten.
Bei Paris 2024 wird der Breaking-Wettbewerb am 9. und 10. August 2024 in La Concorde ausgetragen werden. An der Veranstaltung werden 16 B-Boys und 16 B-Girls teilnehmen, die sich in 1-gegen-1-Runden passend zur vom DJ zufällig ausgewählten Musik messen werden.
MEHR LESEN: Von der Hausparty in der Bronx zu Prince Charles: Die Entwicklung des Breaking
Während bislang im Kanuslalom der Kurs jeweils einzeln nacheinander bewältigt wurde, gibt es in Paris nun ein zusätzliches Wettbewerbsformat: Kajak Cross.
Ähnlich wie beim Ski Cross oder Snowboard Cross treten vier Athletinnen oder Athleten gleichzeitig gegeneinander an. Sie starten das Rennen gemeinsam von einer Rampe über dem Wasser und stürzen dann hinein.
Von dort aus treten die Athlet*innen auf einem Parcours mit maximal sechs stromabwärts und zwei vorgelagerten Toren gegeneinander an. Es ist ein ständiger Kampf, der sich radikal von den Kajak-Einzelwettkämpfen unterscheidet und erfordert eine besonders schnelle Reaktionskraft.
Deutschland schickt mit der Olympiasiegerin im Kajak-Einer von Tokio, Ricarda Funk, und der Weltmeisterin im Kanu-Einer von 2021, Elena Lilik zwei vielversprechende Kanutinnen ins Rennen.
Bei den Männern werden Noah Hegge und Stefan Hengst an den Start gehen.
Der Wettkampf beginnt mit einem Zeitfahren, um die Zusammensetzung der K.o.-Runden zu bestimmen. In den anschließenden Vorläufen qualifizieren sich die zwei besten Teilnehmer*innen jedes Rennens für das Viertelfinale, das schließlich bis zum Finale führt, in dem die Medaillen vergeben werden.
Am 2. August startet der Wettbewerb mit dem Zeitfahren. Die Finalläufe sind für Montag, den 5. August angesetzt.
Kajak Cross Training vor Paris 2024
Im Segeln werden erstmals Olympische Medaillen im Kitesurfen vergeben. Für die deutsche Skiffseglerin Leonie Meyer war das ein Grund, die Disziplin zu wechseln: „Ich wollte einen schnellen Sport und Kite ist einfach die schnellste olympische Bootsklasse“, sagte sie bei Olympics.com.
Außerdem wird die Zweihandjolle der Herren und Damen zu einem gemischten Wettbewerb und der Wettbewerb der Herren mit dem Finn Dinghy entfällt.
Das Sportklettern wird in zwei Wettbewerbe aufgeteilt: das Speedklettern und einen kombinierten Wettbewerb aus Leadklettern und Bouldern.
Bei der Olympic Qualifier Series in Shanghai und Budapest wurde diese Aufteilung bereits erfolgreich umgesetzt.
Darüber hinaus gibt es im Schießen und in der Leichtathletik neue Formate, in denen Frauen und Männer gemeinsam als Team antreten können.
Der Skeet-Mixed-Teamwettbewerb wird bei Paris 2024 sein olympisches Debüt feiern.
Jeweils eine Schützin und ein Schütze werden abwechselnd ihre Zielgenauigkeit mit der Flinte unter Beweis stellen.
Jeder Treffer zählt einen Punkt für das Team, wobei die Gesamtpunktzahl aus den Ergebnissen von Schützin und Schütze in jeder Phase des Wettbewerbs berechnet wird.
Neu ist auch die Mixed-Staffel im Marathon-Gehen. Die Strecke verläuft über vier Etappen von etwas mehr als 10 Kilometern pro Abschnitt, was die gesamte Marathondistanz von 42,195 km ausmacht.
Die Reihenfolge der startenden Teammitglieder ist männlich, weiblich, männlich, weiblich. Jedes Team besteht aus nur einem männlichen Geher und einer weiblichen Geherin, wodurch beide etwa einen halben Marathon absolvieren müssen.
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