Olympische Spiele Paris 2024

Mit Siegen im Gepäck nach Paris: Deutsche Handball-Nationalmannschaften feiern gelungene Olympia-Generalproben

Von Andreas Kloo
6 min|
Jannik Kohlbacher

Foto von Getty Images

Die beiden deutschen Handball-Nationalmannschaften haben am Sonntag in Stuttgart erfolgreiche Generalproben für die Olympischen Spiele Paris 2024 gefeiert.

Beim Länderspiel-Doppelpack waren erst die Frauen gegen Brasilien gefordert, anschließend trafen die DHB-Männer auf Japan.

Deutsche Männer lassen Japan keine Chance

Nach Siegen gegen den amtierenden Olympiasieger Frankreich und Ungarn gewann das Team von Bundestrainer Alfred Gislason auch das dritte Testspiel vor Olympia.

Gegen Japan fuhr die Mannschaft einen 35:25 (22:15)-Erfolg ein. Auf die Asiaten wird man bei Paris 2024 im zweiten Gruppenspiel am 29. Juli erneut treffen.

Die deutsche Mannschaft fand schnell zu ihrem Spiel, Tim Hornke traf dreimal von rechts, Andreas Wolff entschärfte mehrere japanische Würfe. Nach 10 Minuten hieß es 7:4 für Deutschland.

Auch danach hielt das DHB-Team den Druck hoch, hinten packte die Abwehr zu, Deutschland dominierte und führte in der 20. Minute mit 14:7.

In der Schlussphase der ersten Halbzeit ließ man den Japanern etwas zu oft eine schnelle Mitte durchgehen, ansonsten hatten die deutschen Männer alles unter Kontrolle.

Justus Fischer wurde mehrfach am Kreis schön freigespielt, was der U21-Weltmeister jeweils in Tore ummünzen konnte.

Mit einer Fackel aus dem Rückraum von Renars Uscins zum 22:15 ging es in die Pause.

Die starke erste Halbzeit hatte allerdings einen Wermutstropfen. Wolff musste angeschlagen sein Tor verlassen, sein linker Oberschenkel wurde bandagiert.

Zweite Halbzeit: Grgic sorgt für Schwung

In der zweiten Halbzeit sah man Wolff schon wieder lächelnd auf der Bank sitzen.

Der Spielfluss ging nach der Pause etwas verloren, die deutsche Führung blieb dennoch komfortabel.

Dem eingewechselten Youngster Marko Grgic war es schließlich vorbehalten, wieder etwas Schwung in die Partie zu bringen. Es gelang dem 20-Jährigen vorzüglich. Zunächst mit schönen Pässen, dann traf er zum 30:20 selbst.

So ging es in die Schlussphase, Deutschland brachte die Partie konsequent zu Ende.

Mit weiteren Treffern vom Kreis durch Jannik Kohlbacher und Fischer sowie Paraden von David Späth. Am Ende stand ein souveränes 35:25 zu Buche.

Die nächste Station heißt Paris.

Am Mittwoch geht es mit dem Zug von Karlsruhe aus in die französische Hauptstadt.

Die deutschen Männer starten am Samstag, den 27. Juli um 19 Uhr gegen Schweden ins olympische Turnier.

Im weiteren Verlauf der Vorrunde folgen Partien gegen Japan, Kroatien, Spanien und Slowenien.

Statistik und Stimmen zum Spiel:

Deutschland - Japan 35:25 (22:15)

Tore für Deutschland: Fischer 6, Hornke 6/3, Golla 3, Witzke 3, Steinert 3, Grgic 3/1, Häfner 2, Köster 2, Uscins 3, Heymann 1, Dahmke 1, Mertens 1, Kohlbacher 1.

Stimmen:

Bundestrainer Alfred Gislason: „Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. In der Summe war es nicht ganz so stabil wie gegen Ungarn, dafür waren viele Erkenntnisse für mich da. Ich glaube, man muss sich keine Sorgen um Andi machen. Er ist gegen den Pfosten geknallt, ich wollte eh wechseln."

Renars Uscins: "Wir können mit den drei Spielen zufrieden sein. Wir brauchen schon noch eine Steigerung für unser Top-Level. Aber dafür haben wir jetzt noch sechs Tage Zeit, bevor es dann gegen Schweden geht."

(Stimmen via SPORT1)

Deutsche Frauen mit erfolgreicher Revanche gegen Brasilien

Auch die deutschen Frauen können mit einer gelungenen Olympia-Generalprobe im Rücken nach Paris aufbrechen. Vier Tage vor dem ersten Spiel am Donnerstag (16 Uhr) gegen die Republik Korea feierte das DHB-Team gegen Brasilien einen souveränen 27:20 (14:8)-Sieg.

Nach dem 31:36 vom vergangenen Wochenende gegen den selben Gegner war auch Wiedergutmachung angesagt.

Von Beginn an bot die Mannschaft diesmal eine konzentrierte Vorstellung und ließ in der Abwehr nur wenig zu.

Zudem zeigte sich, dass die deutsche Mannschaft über zwei starke Torhüterinnen verfügt. Auf Sarah Wachter, die diesmal von Beginn an zwischen den Pfosten stand, war in den Anfangsminuten Verlass.

Da auch das Angriffsspiel lief, führte Deutschland nach zehn Minuten mit 6:2.

Auch danach gestaltete das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch die Offensive variabel und mit hohem Tempo. Mal durch die Mitte mit Alina Grijseels, die sich durchtankte, mal über außen mit Jenny Behrend.

10:4 hieß es nach 20 Minuten.

Die Brasilianerinnen fanden zwar langsam besser in die Partie, aber die DHB-Frauen hatten immer wieder eine Antwort parat.

Xenia Smits versenkte einen Hammer zum 14:7. Mit 14:8 ging schließlich es in die Pause.

Zweite Halbzeit: Neue Torhüterin, unverändertes Bild

In der zweiten Halbzeit knüpften die DHB-Frauen an die Leistung aus Abschnitt eins an.

Kurz nach Wiederbeginn gab es einen Wechsel auf der Torhüterinposition, nachdem Wachter bei einer Rettungsaktion mit dem Rücken gegen den Pfosten geknallt war. Katharina Filter kam in die Partie.

Vorne häuften sich nun jedoch Balllverluste und in der Abwehr verlor man zu viele Zweikämpfe, der Vorsprung schmolz. Nach 40 Minuten führte Deutschland bei 18:15 nur noch mit drei Treffern.

Aber in der folgenden Auszeit fand Gaugisch nun die richtigen Worte, die DHB-Frauen zogen das Tempo wieder an. Smits und Meike Schmelzer stellten auf 20:15.

Auch die Lücken in der deutschen Abwehr wurden wieder geschlossen, neun Minuten lang gelang den Brasilianerinnen kein Tor. So ging es mit 22:16 in die letzten 10 Minuten.

Julia Maidhof setzte sich nach einem Tempogegenstoß über rechts durch und läutete mit dem 23:16 die Schlussphase ein.

In dieser konnte sich auch Torhüterin Filter mehrfach auszeichnen, ihre Vorderleute blieben konzentriert, der Sieg geriet nicht mehr in Gefahr.

Annika Lott fand am Ende noch einmal eine Lücke in der brasilianischen Abwehr und sorgte für den 27:20-Endstand.

So können sich die deutschen Frauen am Montag (22. Juli) mit einem guten Gefühl in den Zug nach Paris setzen.

Dort warten nach dem Turnier-Start am Donnerstag gegen Südkorea auf die DHB-Frauen noch Begegnungen mit Schweden, Slowenien, Dänemark und Norwegen.

Statistik und Stimmen zum Spiel

Deutschland - Brasilien 27:20 (14:8)

Tore für Deutschland: Lott 6, Maidhof 5/2, Bölk 3, Grijseels 3/1, Schmelzer 2, Antl 2, Smits 2, Zschocke, Döll 1, Behrend 1, Leuchter 1, Behnke, Stockschläder 1

Stimmen zum Spiel:

Bundestrainer Markus Gaugisch: „Wir haben sehr, sehr gut verteidigt in Kombi mit den beiden Torhüterinnen. Wir sind sehr viel ins Tempospiel gegangen, da hätten wir noch mehr Kapital draus schlagen können, weil die Chancen da waren. Wenn du siehst, dass die Dinge, die wir gemacht haben greifen, dann gibt das ein gutes Gefühl. Wir sind froh, dass wir loslegen und in den Wettkampf ziehen können."

Alina Grijseels: "Es war wichtig, dass wir uns von Spiel zu Spiel gesteigert haben und uns heute mit einem souveränen Sieg belohnt haben. Wir fahren nicht nach Paris und sagen „War schön dabei zu sein.“ Wir wollen ins Viertelfinale und dann schauen wir mal, was noch geht."

Julia Maidhof: "Unser Ziel war es, über 60 Minuten unsere Leistung abzurufen. Da war das heute wieder ein Schritt nach vorne. Wir konnten Brasilien gegen eine Wand rennen lassen, hatten überragende Torhüterinnen. So kommen wir ins Tempospiel und müssen nicht einem Rückstand hinterherrennen. Wir sind so froh, dass wir jetzt mit einem guten Gefühl endlich nach Paris starten können."

(Stimmen via SPORT1)

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