Olympische Spiele Paris 2024

Handball-Testspiele vor Paris 2024: Deutsche Männer weiter im Olympia-Schwung, auch Frauen siegen nach starkem Finish

Von Andreas Kloo
5 min|
Juri Knorr

Foto von 2024 Getty Images

Das Abenteuer Olympia rückt immer näher für die beiden deutschen Handball-Nationalmannschaften.

Beim gemeinsamen Länderspiel-Doppelpack in Stuttgart konnten sie am Freitag zeigen, dass sie für die in der kommenden Woche beginnenden Olympischen Spielen Paris 2024 bereit sind.

Die Nationalmannschaft der Männer blieb nach dem Sieg gegen Olympia-Favorit Frankreich weiter in Schwung.

Das DHB-Team feierte in Stuttgart im vorletzten Testspiel vor dem Olympia-Turnier einen 33:29 (20:13)-Erfolg gegen Ungarn und bot dabei über weite Strecken eine sehr überzeugende Leistung. Nur in der zweiten Halbzeit gab es eine kurze Schwächephase.

Alfred Gislasons Mannschaft, die wegen Schulterproblemen auf Franz Semper verzichten musste, drückte gleich vom Anwurf weg aufs Tempo und zog in der ersten Halbzeit schnell davon.

Das schnelle Umschaltspiel funktionierte, was vor allem Linksaußen Lukas Mertens mehrfach zu Treffern nutzte. Dirigent Juri Knorr sorgte für blitzartige Kombinationen, Renars Uscins traf im Eins-gegen Eins. Die Abwehr stand und Torhüter Andreas Wolff zeigte mehrfach seine Klasse. Nach zwölf Minuten hieß es hochverdient 10:5 für Deutschland.

Das DHB-Team baute seine Führung danach sogar weiter aus, weil auch den Eingewechselten Jannik Kohlbacher und Christoph Steinert gegen den Europameisterschaftsfünften Tore gelangen.

15:8 lautete der Spielstand nach 20 Minuten. Zu keiner Sekunde ließ die Mannschaft bis zum Ende der Halbzeit nach und ging mit einem beachtlichen 7-Tore-Vorsprung in die Pause.

Zweite Halbzeit: Mannschaft befreit sich aus kurzem Tief

In der zweiten Halbzeit ging der Spielfluss etwas verloren – auch weil die Ungarn nun eine Schippe drauflegten.

Als Julian Köster beim Stand von 25:18 eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte, wurde es zäh. Erst recht, weil Mertens nach einem Schlag ins Gesicht in die Kabine musste.

Die Ungarn kamen bis auf 24:26 heran, das deutsche Angriffsspiel war zehn Minuten vor dem Ende zum Erliegen gekommen.

Aber der Mannschaft gelang es, sich selbst aus dieser Phase zu befreien. Als Ersatz-Linksaußen Rune Dahmke sieben Minuten vor Schluss im Stile eines Kreisläufers zum 29:26 traf, war das Team wieder da.

Johannes Golla und Juri Knorr ließen weitere Treffer folgen, der für Andreas Wolff in die Partie gekommene David Späth glänzte mit mehreren Paraden hintereinander.

Youngster Marko Grgic versenkte einen Wurf zum 32:26, die Partie war entschieden.

Am Ende hieß es 33:29 aus deutscher Sicht, ein weiterer wichtiger Schritt Richtung Paris 2024 war gemacht.

Deutschland - Ungarn 33:29 (20:13)

Tore für Deutschland: Mertens 6, Knorr 5/3, Köster 4, Hornke 4/1, Golla 3, Uscins 2, Dahmke 2, Steinert 2, Kohlbacher 2, Witzke 1, Fischer 1, Grgic 1.

Letztes Testspiel:

Sonntag, 21. Juli, 17:30 Uhr: Deutschland - Japan (Stuttgart)

Deutsche Frauen schlagen Ungarn nach Schlussspurt

Die Frauen-Nationalmannschaft konnte in der vorletzten Partie vor den Spielen Selbstvertrauen für Paris 2024 tanken.

Das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch trat ebenfalls gegen Ungarn an und feierte einen knappen 30:29 (15:11)-Sieg.

Nach der Niederlage gegen Brasilien am Samstag bestand aber auch Steigerungsbedarf.

Zu Beginn sah es nicht so aus, als sollte den DHB-Frauen ein verbesserter Auftritt gelingen. Vorne unterliefen den Spielerinnen Fehlwürfe, in der Defensive agierte man nicht entschlossen genug. Schnell war die deutsche Mannschaft in Rückstand.

Allein Torhüterin Katharina Filter war es zu verdanken, dass die Ungarinnen nicht davonzogen. Beim Stand von 3:5 verhinderte sie mehrfach mit exzellenten Paraden gegnerische Treffer und zeigte sich auch danach in Höchstform.

Für die Wende im Spiel sorgten die Ungarinnen selbst. Katrin Klujber kassierte bei 6:8 und deutscher Überzahl eine Rote Karte. Das DHB-Team nutzte die anschließende doppelte Überlegenheit, um auf 8:8 gleichzuziehen.

Antje Döll besorgte mit dem Treffer zum 9:8 nach 22 Minuten die erstmalige Führung.

Das Blatt wendete sich nun. Die deutsche Abwehr stand jetzt sicher, vorne klappten die Angriffskombinationen.

Mit einer überragenden Einzelaktion stellte Emily Bölk, die sich gleich gegen zwei Ungarinnen durchsetzte, den 15:11-Halbzeitstand her.

Zweite Halbzeit: Partie kippt hin und her

Nach der Pause knüpfte die deutsche Mannschaft zunächst an die Leistung aus der Schlussphase der ersten Hälfte an und bot gelungene Offensivaktionen. Hinten war auf Filter Verlass, Bölk und Xenia Smits stellten mit schönen Toren auf 18:14.

Ganz abschütteln ließen sich die spielerisch starken Ungarinnen, die ebenfalls bei Paris 2024 am Start sein werden, aber nicht.

Lange blieb es beim Vier-Tore-Abstand, ehe die Gegnerinnen nochmal aufs Tempo drückten. In der DHB-Abwehr entstanden Lücken, schon stand es nur noch 24:23 aus deutscher Sicht.

Die Partie kippte nochmal in die andere Richtung. Die deutsche Defensive bekam zu wenig Zugriff, acht Minuten vor dem Ende hieß es 25:26.

Eine spannende Schlussphase stand bevor. Beim Stand von 27:29 aus deutscher Sicht schien das Spiel schon verloren.

Schnelleres Rausrücken forderte Bundestrainer Gaugisch in der letzten Auszeit von seinen Spielerinnen in der Abwehr. Es half, eine Balleroberung nutzte Annika Lott zum schnellen Gegenstoß Richtung 29:29.

Sogleich legte Lott das 30:29 nach. Da den Ungarinnen kein Treffer mehr gelingen wollte, war dies der Siegtreffer.

Deutschland - Ungarn 30:29 (15:11)

Tore für Deutschland: Smits 4, Bölk 4, Maidhof 4/3, Döll 4/2, Lott 3, Antl 2, Behrend 2, Leuchter 2, Stockschläder 2, Behnke 1, Schmelzer 1, Grijseels 1.

Letztes Testspiel:

Sonntag, 21. Juli, 15:00 Uhr: Deutschland - Brasilien (Stuttgart)

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