Foto von 2024 Getty Images
Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft hat ihr zweites Gruppenspiel bei den Olympischen Spielen Paris 2024 deutlich verloren.
Topfavorit USA setzte sich dank seiner starken Offensivreihe mit 4:1 (3:1) durch.
Um weiter im Turnier zu bleiben, muss das DFB-Team nun gegen Sambia am Mittwoch (19 Uhr) in Saint-Etienne wenigstens einen Punkt holen.
Sambia unterlag am Sonntag in einem spektakulären Spiel Australien mit 5:6. Für die Partie am Mittwoch muss Bundestrainer Horst Hrubesch um die angeschlagene Alexandra Popp bangen.
Die Kapitänin humpelte in der 78. Minute vom Feld, hofft aber am Mittwoch einsatzbereit zu sein: "Ich glaube, das werden wir hinkriegen. Ich bin guter Dinge."
"Es ist mein Knorpelknie, das meldet sich hin und wieder mal", erklärte die 33-Jährige die Verletzung.
"Es sei in dem Sinne nichts passiert. Es hat wohl einfach von der Ermüdung gesagt, ich will gerade nicht mehr."
In Marseille war die deutsche Mannschaft zunächst nicht gewillt sich gegen die favorisierten Amerikanerinnen zu verstecken, sondern begann mutig.
Vor allem Jule Brand knüpfte an ihre Leistung gegen Australien an, In der 4. Minute durchbrach sie mit einem ihrer schnellen Läufe die amerikanische Deckung und legte quer auf Lea Schüller. Die Bayern-Stürmerin scheiterte jedoch aus kurzer Distanz an US-Keeperin Allisa Naeher.
Nun aber rissen die Amerikanerinnen mit ihrer neuen Generation an hochtalentierten Fußballerinnen das Spiel an sich. Vor allem Sophia Smith und Trinity Rodman tellten die deutsche Abwehr vor Schwierigkeiten.
Nach 10 Minuten setzte sich die Tochter des früheren Basketball-Stars Dennis Rodman über rechts gegen Felicitas Rauch durch, die die erkrankte Sarai Linder ersetzte. Rodmans Hereingabe veredelte in der Mitte Smith zur amerikanischen Führung, Giulia Gwinn kam zu spät.
Doch die deutsche Mannschaft kämpfte sich in der sehr intensiven Partie zurück. Mit direkt gespielten Pässen überraschten sie in der 22. Minute die US-Abwehr.
Alexandra Popp leitete auf Sjoeke Nüsken weiter – sie wurde dabei zwar gefoult, aber der Schiedsrichter ließ weiterlaufen – Nüsken legte ab auf Gwinn. Die nahm aus 20 Metern Maß und überwand Naeher mit einem präzisen Flachschuss ins linke Eck.
Lange konnten sich die deutschen Frauen nicht freuen. Erneut musste Kathrin Hendrich Smith ziehen lassen. Deren Schuss konnte Berger nicht festhalten, Mallory Swanson staubte zum 2:1 ab (26.).
Die DFB-Elf war wieder dran und übte Druck auf die US-Abwehr aus, doch dann kam auch noch Pech hinzu. Ein von Rauch abgefälschter Schuss von Smith senkte sich über Berger hinweg an den Innenpfosten und prallte von dort ins Tor (43.).
Mit 3:1, einem aus deutscher Sicht zu hohen Rückstand, ging es in die Kabinen.
Nach Wiederbeginn drängte das DFB-Team auf den schnellen Anschlusstreffer.
Wieder war Brand die gefährlichste deutsche Angreiferin, in der 57. Minute zog sie von der Strafraumgrenze ab und traf den Außenpfosten.
Der Ball wollte einfach nicht über die Linie, wieder war es Schüller, die aus kürzester Distanz eine Einschussmöglichkeit hatte. Doch jetzt tauchte Rodman auch noch im eigenen Strafraum auf und bereinigte die Situation in höchster Not.
Nun gelang es den Amerikanerinnen das Spiel zu kontrollieren und den Ball in den eigenen Reihen zu halten
Als dann auch noch Popp in der 77. Minute angeschlagen vom Platz musste, war die Partie gelaufen.
Rodman drehte nun noch einmal auf. Berger musste im deutschen Tor all ihr Können aufbieten, um das 1:4 zu verhindern.
Dieses gelang wenig später Lynn Williams, die nach einer Balleroberung von Rodman und einem Zuspiel von Swanson mit links flach ins rechte Eck verwandelte (89.)
Deutschland: Berger - Gwinn, Hendrich, Hegering, Rauch - Popp (77. Senß), Minge - Nüsken (68. Lohmann) - Brand, Schüller, Bühl.
Tore: 1:0 Smith (10.), 1:1 Gwinn (22.), 2:1 Swanson (26.), 3:1 Smith (44.), 4:1 Williams (89.)
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