Die Deutsche Handballnationalmannschaft der Frauen ist mit einer bittere Niederlage ins Olympische Turnier gestartet. In der Auftaktpartie der DHB-Auswahl bei Paris 2024 unterlag Deutschland mit 22:23 (10:11) gegen Republik Korea. Beim misslungenen Start ins Turnier erwiesen sich die schwache Trefferquote und ein starkes Comeback der zweifachen Olympiasieger aus Asien im zweiten Abschnitt als entscheidende Faktoren.
Im ersten Abschnitt hatte die deutsche Mannschaft durchaus Mühe mit dem mehrfachen Asienmeister. Antje Döll zeigte sich allerdings treffsicher und egalisierte die Führung von Südkorea gleich zweimal, Julia Behnke und ein weiterer Treffer von Döll stellten auf 6:4 für Deutschland.
Nach der ausgeglichenen Anfangsphase übernahm dann Kyungmin Kang, die allein in der ersten Halbzeit fünf Treffer erzielte. So drehte der Olympiasieger von Seoul 1988 und Barcelona 1992 die Partie - nach knapp 25 Minuten stand es plötzlich 8:11 aus deutscher Sicht.
Entscheidender Unterschied in den ersten 30 Minuten: Während die Kontrahentinnen kurz vor der Pause eine Trefferquote von 79 Prozent aufwiesen (elf von 14 Versuchen verwandelt), hatte die DHB-Auswahl nur 62 Prozent seiner Feldwurf-Versuche getroffen. Die erfahrene deutsche Spielermacherin Alina Grijseels verkürzte vor der Pause allerdings auf 10:11, der Halbzeitstand.
Der zweite Abschnitt startete mit einem schönen Angriff der deutschen Mannschaft. Xenia Smits fand Antje Döll auf Linksaußen - Ausgleich zum 11:11.
Der von Bundestrainer Markus Gaugisch bereits in der ersten Hälfte vorgenomme Wechsel auf der Torhüter-Position (Sarah Wachter stand nun im Kasten) zeigte Wirkung. Die deutsche Mannschaft stand nun in der Defensive besser, vorne verhalf die treffsichere Antje Döll (bereits ihr fünfter Treffer) über die ansonsten immer noch unterdurchschnittliche Effizienz hinweg.
Emily Bölk gab den Startschuss in eine gute deutsche Phase, ihr Treffer zum 15:14 (41. Minute) brachte Deutschland in Front. Meike Schmelzer, Xenia Smits und erneut die starke Antje Döll sorgten für einen 4:0-Lauf der DHB-Auswahl.
Doch Südkorea gab noch nicht auf, ihr Superstar Ryu Eun-Hee - einzige Legionärin ihrer Mannschaft und Champions-League-Siegerin mit Győri ETO KC (Ungarn) im Jahr 2022 - führte ihr Team zum erneuten Ausgleich - 19:19. Eine spannungsgeladene Schlussphase erwartete das Publikum in der Süd Paris Arena.
Die stimmungsvollen Fans sahen den besseren Start für Südkorea - Woo Bitna brachte Südkorea per Siebenmeter in Führung (54.) - 20:21. Alina Grijseels antwortete (56.), doch wieder verwandelte Woo Bitna einen Strafwurf. Diesmal verpasste Deutschland eine Antwort - Xenia Smits und Alina Grijseels scheiterten an der starken Torhüterin Park Saeyoung (59.) -Kang Kyungmins Treffer sorgte für die Entscheidung, da half auch der Siebenmeter von Antje Döll nicht mehr - Deutschland unterliegt Südkorea mit 22:23.
Tore für Deutschland: Grijseels 4/2, Schmelzer 2, Antl, Smits 3, Bölk 2, Lott 1, Wachter, Maidhof 1, Doell 6, Behrend, Filter, Behnke 2, Stockschläger
Stimmen:
Jenny Behrend (Deutschland): "Ich bin doch ein wenig enttäuscht. Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen, um mit einem guten Gefühl ins Turnier zu starten. Wir haben zu viele Chancen vergeben, dann ist einfach unmöglich zu gewinnen. Südkorea spielt sehr schnell und variantenreich, darauf waren wir vorbereitet. Sie haben es heute wirklich gut gemacht, unsere Defensive war zwar 'OK', aber unser Angriff war heute einfach nicht gut genug."
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