Von Deutschlands erstem olympischen Gold im Skeleton bis hin zu einem unvergesslichen Moment für Gastgeber China: Hier finden Sie die denkwürdigsten Momente des Skeletons in Beijing 2022, die besten Reaktionen und alle Medaillen.
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Es ist schon seltsam, dass die starke Bob- und Rodelnation Deutschland bei den Olympischen Winterspielen Beijing 2022 zum ersten Mal olympische Medaillen im Skeleton der Herren gewann.
Christopher Grotheer ging als haushoher Favorit in das Rennen der Herren, und der amtierende Weltmeister lieferte im Yanqing National Sliding Centre eine Meisterleistung ab und holte Gold.
Aber wenn man ehrlich ist, stand der Olympia-Titel für die Deutschen nie in Frage. Grotheers Landsmann Axel Jungk - der sich von mehreren in den letzten Olympiazyklen erlittenen Verletzungen erholt hatte - sicherte sich nämlich die Silbermedaille.
Auf den Tribünen herrschte ebenfalls großer Jubel, als der Bronzemedaillengewinner der Herren, Yan Wengang, die erste olympische Medaille der Volksrepublik China im Skeleton, Bob oder Rennrodeln überhaupt gewann.
Auch bei den Damen gab es ein historisches Ergebnis für Deutschland: Hannah Neise gewann Gold und war damit die erste Frau, die bei den Olympischen Winterspielen einen Skeleton-Wettbewerb für Deutschland gewann. Auch Jaclyn Narracott schrieb Geschichte, als sie den zweiten Platz belegte und damit die erste Medaille der Geschichte im Skeleton für Australien errang.
Die aktuelle Weltcup-Siegerin Kimberley Bos aus den Niederlanden kämpfte sich in einer epischen Aufholjagd von Platz 10 nach dem ersten Lauf zurück auf das Podest und holte die Bronzemedaille.
Auch wenn er die letzten beiden Weltmeistertitel gewonnen hatte, hatte Grotheer in diesem Rennen alles zu verlieren.
Denn der Druck, die erste olympische Medaille im Skeleton der Herren für sein Land zu gewinnen, und dazu die Konkurrenz von hochkarätigen Rivalen wie dem sechsfachen Weltmeister Martins Dukurs und den Olympiasiegern Alexander Tretjakow und Yun Sung-bin, konnten ihn durchaus ins Straucheln bringen.
Am Ende zeigte Grotheer Nerven aus Stahl und lieferte drei perfekte Läufe ab, mit denen er sich und ganz Deutschland in die Geschichtsbücher des Skeletons eintrug.
Die Erinnerung an seinen enttäuschenden achten Platz in PyeongChang 2018 ist damit wohl endgültig begraben.
(2022 Getty Images)
Zum ersten Mal seit Turin 2006 ging der olympische Titel nicht an Großbritannien, nachdem die Britinnen bei den letzten drei Ausgaben ganz oben auf dem Treppchen gestanden hatten.
Nach dem Ausscheiden der Doppel-Olympiasiegerin Lizzy Yarnold nutzte die Deutsche Hannah Neise ihre Chance. Sie startete als Achte im ersten Lauf, war aber von diesem Moment an nicht mehr zu stoppen. In den drei verbleibenden Läufen erzielte sie Bestzeiten, wobei sie im dritten Lauf den Bahnrekord brach (1:01,44) und es somit ganz nach oben auf das Podest schaffte.
Auch ihre Teamkollegin Tina Hermann war nah dran an den Medaillen, aber Kimberley Bos' unglaubliche Aufholjagd brachte sie auf den vierten Platz.
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Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Bronzemedaille von Yan Wengang im Skeleton der Herren eine willkommene Überraschung für die Gastgeber war.
Der 24-jährige Olympia-Debütant hätte die Medaille auch nicht auf spektakulärere Weise erringen können.
Er war auf der Jagd nach Silber, bis er in seinem dritten Lauf auf Platz sechs abrutschte. Der Druck war sicherlich so groß wie nie zuvor in seiner Karriere, doch mit dem schnellsten vierten Lauf aller Athleten sicherte er sich den verdienten Platz auf dem Podest und ging somit in die Geschichte ein.
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Unglaublich. Davon habe ich schon als Kind geträumt, jetzt ist der Traum wahr geworden. Ich war sehr nervös vor dem ersten Lauf und konnte auch letzte Nacht nicht gut schlafen. Jetzt bin ich einfach nur stolz auf mich und alle um mich herum, die das möglich gemacht haben.
Christopher Grotheer reagiert nach dem Gewinn seines ersten olympischen Titels.
Eine Medaille für mein Land zu gewinnen, ist einfach das Größte. Ich bin sehr glücklich, dass ich im vierten Lauf noch aufholen konnte. Ich hoffe, dass ich auch viele Menschen für den Skeleton begeistern kann und dass neue Athleten mit dem Sport beginnen werden.
Chinas Yan Wengang macht seine Nation bei seinen ersten Olympischen Spielen stolz.
Daran habe ich wirklich hart gearbeitet. Ich habe versucht, mich so gut wie möglich zu entspannen, und ich habe festgestellt, dass alles viel besser funktioniert, wenn ich entspannt bin. Vor allem die mentale Stärke hat viel mit meiner Leistung zu tun, deshalb habe ich mir fest vorgenommen, weiter daran zu arbeiten. Hier hat es zum ersten Mal wirklich sehr gut geklappt für mich.
Hannah Neise aus Deutschland über ihre mentale Stärke während des Wettkampfs.
Gold: Hannah Neise (Deutschland)
Silber: Jaclyn Narracott (Australien)
Bronze: Kimberley Bos (Niederlande)
Gold: Christopher Grotheer (Deutschland)
Silber: Axel Jungk (Deutschland)
Bronze: Yan Wengang (China)