Elaine THOMPSON-HERAH

Jamaika JAM

Leichtathletik

  • Medaillen
    5 G
    1 S
  • Teilnahmen
    2
  • Erste Teilnahme
    Rio 2016
  • Geburtsjahr
    1992
Olympische Ergebnisse

Biographie

Elaine THOMPSON-HERAH

Elaine Thompson-Herah schaffte in Rio 2016 den großen Durchbruch. Nachdem sie dafür gesorgt hatte, dass der olympische 100-m-Titel der Damen in jamaikanischer Hand blieb, indem sie ihre Landsfrau Shelly-Ann Fraser-Pryce als Sprintkönigin ablöste, gewann die damals 24-Jährige auch die 200m. Damit war sie die erste Frau, die das olympische Sprint-Double gewann, seit der bereits verstorbenen Florence Griffith-Joyner, die es in Seoul 1988 geschafft hatte. Bemerkenswerterweise waren diese beiden herausragenden Siege die ersten des neuen jamaikanischen Stars bei einem großen internationalen Wettbewerb. Aber ihre rekordverdächtigen Leistungen waren noch lange nicht vorbei. Nach einer verletzungsgeplagten Phase von 2017 bis 2019 verteidigte Thompson-Herah bei den Olympischen Spielen Tokio 2020 im Jahr 2021 ihren Titel über 100m mit einem neuen olympischen Rekord von 10,61s, bevor sie auch ihren Titel über 200m mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 21,53s verteidigte und der 4x100-m-Staffel ihres Landes zu Gold verhalf.

Eine geborene Läuferin

Elaine Thompson-Herah stammt aus Banana Ground in Manchester Parish, einem der ärmeren Gegenden Jamaikas, und wurde von ihrer Großmutter Gloria aufgezogen, ab dem Alter von erst sieben Monate. Obwohl ihre Familie immer sagte, sie sei "zum Laufen geboren", war Thompson-Herah weit davon entfernt, die herausragendste Sprinterin ihrer Schule zu sein, und belegte bei den jamaikanischen Meisterschaften für Jungen und Mädchen im Jahr 2009 nur den vierten Platz über 100m. Zwei Jahre später wurde sie ganz aus dem Leichtathletik-Team ihrer Schule gestrichen. Dann wurde sie von Leichtathletiktrainer Stephen Francis entdeckt, dem Gründer des MVP Track Club und dem Mann hinter Shelly-Ann Fraser Pryces erfolgreicher Karriere. Thompson-Herah erhielt ein Stipendium für die University of Technology in Kingston und entwickelte sich zu der Sprinterin, an die ihre Familie schon immer geglaubt hatte.

Fortschritte machen

Thompson-Herah dankt Francis dafür, dass er sie auf den richtigen Weg gebracht hat: "Ich ging zu einem Leichtathletik-Wettkampf und schnitt nicht besonders gut ab, und er nahm mich zur Seite und hielt mir eine Rede, die mich wirklich motivierte und mein Leben veränderte. Ich kann nicht genau sagen, was er gesagt hat, aber er sagte, dass ich nicht mehr in der Highschool sei und die Dinge ernster nehmen müsse; dass ich erkennen müsse, dass ich jetzt mit den großen Mädchen laufe. Das hat mich dazu gebracht, die Sache ernst zu nehmen." Thompson-Herah, die 1,67m groß ist und 57kg wiegt, begann 2013 mit ihrem stetigen Aufstieg an die Spitze, indem sie ihre Zeiten schrittweise verbesserte, und zwei Jahre später über 100m unter 11 Sekunden und über 200m unter 22 Sekunden blieb.

Vizeweltmeisterin

Als Mitglied der jamaikanischen 4x100-m-Staffel, die 2013 bei den Zentralamerikanischen und Karibischen Meisterschaften in Morelia (MEX) und 2014 bei den Commonwealth Games in Glasgow (GBR) Gold gewann, gelang Thompson-Herah bei den jamaikanischen Testläufen für die IAAF-Weltmeisterschaften 2015 in Peking ein beeindruckender Sieg über 200m. Diese Leistung untermauerte sie mit 21,66 Sekunden der fünftschnellsten Zeit der Geschichte, im Vogelnest. Leider musste sie sich der Niederländerin Dafne Schippers geschlagen geben, die mit 21,63 Sekunden die viertschnellste Zeit aller Zeiten lief und sich damit die Goldmedaille sicherte. Ein erster Weltmeistertitel gelang ihr jedoch in Peking mit der 4x100-Meter-Staffel. Im März 2016 lief Thompson-Herah 7,06 Sekunden und gewann Bronze über 60m bei den Hallenweltmeisterschaften in Portland (USA).

Der Weg nach Brasilien

Der aufstrebende Star des jamaikanischen Sprintsports blieb auf ihrem Erfolgskurs, als sie im Juli bei den National Trials für Rio 2016 in Kingston die 100m in 10,70 Sekunden lief, der schnellsten Zeit des Jahres und die viertschnellste aller Zeiten. Obwohl Thompson-Herah mit einer Oberschenkelverletzung aus dem 200-m-Finale aussteigen musste, hatte sie bereits die Olympia-Qualifikationszeit erfüllt und wurde für den Wettbewerb in Rio nominiert.

Ein neuer Sprintstar ist geboren

Nachdem sie sich im Olympiastadion von Rio durch die 100-m-Vorläufe und das Halbfinale gekämpft hatte, ging Thompson-Herah auf Bahn 4 ins Finale. Obwohl die US-Amerikanerin Tori Bowie mit einer Reaktionszeit von 0,112 Sekunden einen fulminanten Start hinlegte, setzte sich die junge Jamaikanerin nach 60 Metern an die Spitze des Feldes und gewann in einer Zeit von 10,71 Sekunden Gold vor Bowie und der zweifachen Titelverteidigerin Fraser-Pryce. Nachdem sie den Jubel der Zuschauer in Rio in vollen Zügen genossen hatte, sagte die hochbegabte Thompson-Herah: "Als ich die Ziellinie überquerte und sah, dass ich im Ziel war, wusste ich nicht so recht, wie ich feiern sollte. Natürlich habe ich Shelly-Ann Fraser-Pryce beobachtet, als ich noch jünger war, und ich erinnere mich, dass ich sie 2012 in London gesehen habe. Ich komme aus einem Ort, der in Jamaika nicht besonders bekannt ist, aber ich bin stolz darauf." Dieses Gold war nur der Anfang für Thompson-Herah.

Ein legendärer Doppelsieg

Einige Tage später stellte sich Thompson-Herah ihrer Rivalin Schippers im ersten Halbfinale über 200m, das die Niederländerin mit einer Zeit von 21,96 Sekunden gewann, 0,17 Sekunden schneller als die Jamaikanerin. Thompson-Herah, die für das Finale auf die Bahn 6 gelost wurde, erwischte einen ausgezeichneten Start und kam als Führende aus der Kurve. Obwohl ihre niederländische Gegnerin hart kämpfte, um die Lücke zu schließen, hielt die frischgebackene 100-m-Meisterin sie auf Distanz und gewann mit einer Zehntelsekunde Vorsprung in einer Zeit von 21,78 Sekunden. Die Jamaikanerin konnte kaum glauben, was sie geschafft hatte. Sie lag auf dem Rücken auf der Bahn und wartete darauf, dass das Ergebnis auf der Leinwand eingeblendet wurde. Als es dann endlich erschien, sprang sie auf und stieß einen Freudenschrei aus.

Thompson-Herah war die erste Frau seit 28 Jahren, die ein olympisches Sprint-Doppel gewann, und sagte später: "Meine Erwartung an diese Olympischen Spiele war, dass ich einfach so gut wie möglich laufen wollte. Bei den nationalen Wettkämpfen hatte ich eine Kniesehnenverletzung. Aber ich habe mich davon nicht unterkriegen lassen. Ich habe sie so gut es ging behandelt, aber es war nicht so schlimm. Ich hatte ein paar harte Trainingstage, aber ich bin eine Kämpferin. Ich bin mental stark, und ich habe hart trainiert. Es ist unglaublich. Es hat sich alles gelohnt." Ihre dritte Medaille bei den Spielen gewann sie mit der 4x100-Meter-Staffel, in der sie mit ihren Teamkolleginnen Christiana Williams, Veronica Campbell-Brown und Fraser-Pryce in einem von den USA gewonnenen Rennen Silber holte. Thompson-Herah wurde für ihren unermüdlichen Einsatz und ihre Zielstrebigkeit reichlich belohnt und kann sich nun auf eine goldene Karriere freuen.

Traum von Tokio

Angesichts der verletzungsbedingten Unterbrechung ihres letzten olympischen Zyklus hatte man von Thompson-Herah im Hinblick auf Tokio 2020 wenig erwartet. Umso bemerkenswerter waren ihre Leistungen in der japanischen Hauptstadt. Thompson-Herah verteidigte ihren 100-m-Titel auf einem ausschließlich jamaikanischen Podest, auf dem Shelly-Ann Fraser-Pryce und Shericka Jackson die Plätze zwei und drei belegten. Mit ihrer Zeit von 10,61 Sekunden brach Thomspon-Herah sowohl den jamaikanischen Landesrekord als auch einen 33 Jahre alten olympischen Rekord. Als nächstes sicherte sie sich über 200m ihr zweites Gold in diesem Wettbewerb, bevor sie zusammen mit Brianna Williams, Fraser-Pryce und Jackson den olympischen Titel über 4x100m holte.

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